Konzentration einstellen
Die Sensoren werden nacheinander mit Lösungen von 0 bis 100 mM Phosphat gespült. Der NaCl-Hintergrund hält die grundlegende Ionenstärke möglichst konstant.
Bachelorarbeit · Messkampagne 24.07.2026
Diese Seite erklärt den Versuch, die Auswertung und ihre Grenzen so, dass man dafür weder Elektrotechnik noch Chemie studiert haben muss.
einzelne elektrische Messkurven
nach Qualitätsprüfung und Equilibrierung
zwei defekte Devices ausgeschlossen
auf- und absteigende Konzentrationsreihe
01
Grundlagen
OECT steht für Organic Electrochemical Transistor, auf Deutsch: organischer elektrochemischer Transistor. Zwischen Source und Drain liegt ein leitfähiger Kunststoffkanal aus PEDOT:PSS. Durch diesen Kanal fließt ein Strom.
Über dem Kanal befindet sich eine Flüssigkeit und darin eine dritte Elektrode: das Gate. Eine Spannung am Gate bewegt Ionen aus der Flüssigkeit in den Kanal oder wieder heraus. Dadurch ändert sich, wie gut der Kanal leitet.
Wenn Phosphat die elektrische Antwort reproduzierbar verändert, kann man aus dem gemessenen Signal auf die Konzentration schließen.
Die Sensoren werden nacheinander mit Lösungen von 0 bis 100 mM Phosphat gespült. Der NaCl-Hintergrund hält die grundlegende Ionenstärke möglichst konstant.
Die Gate-Spannung läuft von −0,2 V auf +0,4 V und zurück. Dabei wird der Strom zwischen Source und Drain aufgezeichnet.
Aus jeder Kurve werden Größen wie Schwellenspannung, Strom und Hysterese berechnet. Danach wird geprüft, welche Größe zuverlässig mit der Konzentration zusammenhängt.
02
Versuchsdesign
Gold und Molybdän können mit der Flüssigkeit unterschiedlich wechselwirken. Gemessen wurden je zehn Transistoren pro Material. So lässt sich prüfen, ob ein Material empfindlicher oder reproduzierbarer reagiert.
Mehr Phosphatsalz bedeutet automatisch mehr gelöste Ionen. Ohne konstanten Hintergrund wäre unklar, ob der Sensor auf Phosphat oder nur auf die insgesamt höhere Ionenmenge reagiert. NaCl reduziert diese Verwechslung deutlich.
Die Konzentration wurde erst erhöht und anschließend wieder gesenkt. Stimmen beide Wege überein, spricht das für Reversibilität. Unterschiede zeigen Drift, langsame Equilibrierung oder bleibende Veränderungen.
Der erste Scan nach einem Flüssigkeitswechsel dient der Eingewöhnung des Sensors und wurde verworfen. Scan 2 und 3 zeigen, ob sich das Signal danach stabil wiederholt.
| Phosphatreihe | Blindwert → 10 µM → 100 µM → 1 mM → 10 mM → 100 mM → zurück |
|---|---|
| Hintergrund | 100 mM NaCl; DI-Reinstwasser separat betrachtet |
| Gate-Materialien | Gold (Au) und Molybdän (Mo), je zehn Transistoren |
| Drain-Spannung | −0,2 V, während der gesamten Transfermessung konstant |
| Gate-Sweep | −0,2 V → +0,4 V → −0,2 V |
| Wiederholungen | Drei Scans je Punkt; Scan 1 nicht in der Auswertung |
03
Kalibrierung
Jeder Punkt ist der Mittelwert mehrerer intakter Transistoren. Die senkrechten Striche zeigen die Streuung zwischen den Devices. Je enger die Punkte einer klaren Linie folgen, desto zuverlässiger lässt sich die Konzentration aus dem Signal ableiten.
R² 0,960 · Fit ab 100 µM
Gold: Ab 100 µM sinkt VT mit steigender Konzentration nahezu geradlinig. Die Steigung beträgt rund −60 mV pro Dekade, R² liegt bei 0,96. Das ist das belastbarste Ergebnis der Messkampagne.
Molybdän: Die Transistoren lassen sich nur schwach modulieren und streuen stark. Wahrscheinlich fällt ein großer Teil der Gate-Spannung an einer Oxidschicht ab, statt den Polymerkanal zu beeinflussen.
Der Gold-Sensor unterscheidet bereits 10 µM sehr deutlich vom Blindwert. Das Signal ist dort aber nicht monoton: 10 µM und eine deutlich höhere Konzentration können ein ähnliches Ergebnis liefern.
Darum liegt die reine Nachweisgrenze unter 10 µM, während der eindeutig quantifizierbare Bereich erst bei 100 µM beginnt.
04
Qualitätskontrolle
Ein defekter Transistor kann einen Mittelwert stark verfälschen. Deshalb wurden alle 20 Devices nach festen Kriterien geprüft: Stromniveau, ON/OFF-Verhältnis, Gate-Leckstrom, Transkonduktanz, Stabilität am Blindwert und erwartete Signalrichtung.
Die Entscheidung erfolgte also nicht nach optischem Eindruck, sondern anhand derselben Regeln für jedes Device.
Ja, bis auf den letzten Reinstwasser-Schritt. Die Konzentrationsblöcke liefen mit gleichmäßigen Pausen. Erst vor DI_2 entstand eine 60-minütige Unterbrechung; gleichzeitig sprang der Gate-Leckstrom auf beiden Chips. Dieser Block wurde deshalb ausgeschlossen.
05
Einordnung
06
Nachvollziehbarkeit
Die Diagramme auf dieser Seite werden direkt aus den CSV-Ergebnissen erzeugt. Die Dateien können für eigene Berechnungen, Tabellen oder Abbildungen heruntergeladen werden.